Spanisches Olivenöl der Sorte Picual

Die Sorte Picual gehört mit zu den wichtigen Sorten Spaniens, wie unter anderem Arbequina, Cornicabra, Hojiblanca oder Empeltre.
Sie wird vor allem in Jaén und im Norden von Granada und Córdoba auf insgesamt 9.000 km² angebaut. Ihr Name Picual leitet sich durch die Form ihrer Früchte ab, welche sich durch eine deutliche Fruchtspitze kennzeichnen. Man kennt sie auch unter den Namen: Andaluza, Blanca, Corriente, de Aceite, Fina, Lopreño, Marteño, Nevado Blanco, um nur einige Beispiele zu nennen.

Viele Namen für die selbe Sorte

Es ist eine sehr robuste Sorte, welche sich leicht durch Stecklinge vermehren lässt. Sie produziert bereits nach wenigen Jahren gute Mengen an Oliven. Die Blüte liegt in den ersten beiden Maiwochen, wobei sich die Blüten in der Regel selbst befruchten. Die Früchte reifen in tieferen Lagen Mitte November bis Ende Dezember, in höheren Lagen auch erst von Ende November bis Mitte Januar. Die reifen Früchte sind schwarz gefärbt, haben viele kleine, weiße Punkte von den sogenannten Lentizellen und lassen sich leicht vom Baum lösen. Die Sorte gilt als robust, da sie sich gut verschiedenen Böden und Klimabedingungen anpassen kann. Sie verträgt Kälte, höhere Salzgehalte und bis zu einem gewissen Grad Staunässe. Dagegen ist sie Anfällig gegenüber der Schwarzflecken- oder Augenfleckenkrankheit (Cycloconium oleaginum) und der Verticillium-Welke, wobei gerade Letztere bei Neuanpflanzungen auf ehemaligen Baumwollstandorten eine enorme Bedeutung hat.

Picual - Ein ausgewogenes, mittfruchtiges Olivenöl mit einer bitteren, scharfen Note.

Das Olivenöl dieser Sorte wird wegen seiner sehr guten Haltbarkeit und seinem hohen Gehalt an Ölsäure geschätzt. Unter den Olivenölen zeigt es die höchste Stabilität auf. Der Geschmack des Öles hängt von dem Anbaugebiet ab und reicht je nach Herkunft von mittelfruchtig mit einer leichten scharfen und bitteren Noten (Geschmacksgruppe II, Anbaugebiete Andalusien), bis grüner Geschmack mit einer deutlichen bitteren Note (Geschmacksgruppe III, Anbaugebiete Katalonien). Es ist somit vergleichbar mit Sorten wie andalusisches Frantoio oder Hojiblanca, deutlich markanter als ein Arbequina jedoch viel weniger ausgeprägt, wie es ein Olivenöl der Sorte Picudo oder Cornicabra ist.

Quellen:

  • Rallo, L., Barranco, D., Caballero, J.M., Del Rio, C., Martín, A., Tous, J., Trujillo, I. (Hrsg.) (2005): "Variedades de olivo en España". Junta de Andalucía, MAPA und Ediciones Mundi-Prensa. Madrid.
  • Straßburger, E. (Begr.), Sitte Peter (Bearb.) (1991): "Lehrbuch der Botanik". 33. Aufl.. G. Fischer. Stuttgart, Jena, New York.
  • de Andrés Cantero, F. (2001): "Enfermedades y plagas del olivo". 4. Aufl.. Requimel y Vargas Ediciones. Jaén.
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